Direktbestellung oder Marktplatz Hey-Gastroline ersetzt nicht automatisch Lieferando-Reichweite.
Lieferando vermittelt Nachfrage über einen bekannten Bestellmarktplatz.
Hey-Gastroline stellt den technischen Direktkanal des Restaurants bereit.
Diese Aufgaben überschneiden sich, sind aber nicht identisch. Ein fairer
Vergleich trennt Neukundengewinnung, Bestelltechnik, Lieferung und
Kundenbindung voneinander.
Der wichtigste Unterschied liegt vor der eigentlichen Bestellung
Gäste öffnen Lieferando häufig, weil sie noch kein konkretes Restaurant gewählt
haben. Der Marktplatz bündelt Angebote, Suche, Bewertungen und Bestellabwicklung.
Diese bestehende Nachfrage kann ein Restaurant nicht allein dadurch ersetzen,
dass es ein eigenes Bestellformular auf die Webseite setzt.
Beim Direktkanal kennt der Gast das Restaurant bereits oder findet es über
Google, Social Media, Empfehlungen, QR-Code, Newsletter oder die eigene Webseite.
Hey-Gastroline übernimmt anschließend den Bestellablauf im eigenen Markenauftritt.
Für Stammgäste und lokale Wiederbestellungen ist das attraktiv; für kalte
Neukunden braucht das Restaurant weiterhin Sichtbarkeit und Marketing.
Kosten nicht mit einer pauschalen Provisionszahl vergleichen
Lieferando-Verträge können sich nach Leistungsumfang, Lieferung, Region und
individuellem Angebot unterscheiden. Deshalb nennen wir hier bewusst keinen
pauschalen Prozentsatz. Maßgeblich sind ausschließlich das aktuelle Partnerangebot
und der unterschriebene Vertrag des Restaurants.
Auch ein eigener Direktkanal ist nicht kostenlos: Software, Zahlungsabwicklung,
SMS, Verpackung, Personal, Marketing und gegebenenfalls eigene Lieferlogistik
bleiben reale Kosten. Der wirtschaftliche Vorteil entsteht nicht aus dem Wort
„provisionsfrei“, sondern aus dem Deckungsbeitrag pro Bestellung und dem Anteil
wiederkehrender Direktkundschaft.
Saubere Rechnung: Warenkorb minus Wareneinsatz, Verpackung,
Zahlungsgebühr, Plattform- oder Softwarekosten, Marketing, Personal und
Lieferung. Vergleicht anschließend Bestellwert, Wiederbestellrate und
tatsächlichen Deckungsbeitrag je Kanal.
Direkte Kundenbeziehung bedeutet auch direkte Verantwortung
Im eigenen Bestellweg gestaltet das Restaurant Formulare, Einwilligungen,
Bestätigungen und Folgekommunikation selbst beziehungsweise über seine
Auftragsverarbeiter. Dadurch lassen sich Markenauftritt und Gästeservice enger
steuern. Gleichzeitig muss das Restaurant Datenschutzinformationen, Löschfristen,
Zugriffsrechte und zulässige Marketingkommunikation sauber organisieren.
Auf einem Marktplatz gelten zusätzlich die Rollen und Bedingungen des
Plattformvertrags. Welche Kundendaten ein Restaurant erhält und wofür sie
anschließend verwendet werden dürfen, sollte nicht vermutet, sondern in Vertrag
und Datenschutzhinweisen geprüft werden. Ein eigener Kanal schafft mehr
Gestaltungsspielraum, ist aber kein Freibrief für ungefragte Werbung.
Bestellannahme und Lieferung sind zwei getrennte Systeme
Eine Online-Bestellung besteht mindestens aus Speisekarte, Warenkorb, Annahme,
Zahlung, Produktionsstatus, Abholung oder Auslieferung und Kundeninformation.
Lieferando kann – abhängig vom Vertrag und Standort – Marktplatz und
Logistikleistungen verbinden. Beim eigenen Direktkanal muss das Restaurant
festlegen, ob es selbst liefert, nur Abholung anbietet oder einen separaten
Logistikpartner einsetzt.
Hey-Gastroline bildet Online-Bestellungen
und Außer-Haus-Abläufe im freigegebenen Setup ab.
Telefonische Bestellungen sind nur vorgesehen, wenn Voice-, Menü- und
Bestellkonfiguration zusammenpassen. Vor dem Start werden Liefergebiet,
Mindestbestellwert, Zeitfenster, Auslastungsgrenzen, Zahlungsarten und
Eskalationswege konkret festgelegt.
Ein Hybridmodell ist häufig der realistischste Einstieg
Restaurants müssen einen funktionierenden Marktplatzkanal nicht über Nacht
abschalten. Ein kontrollierter Aufbau beginnt häufig mit Abholung und
Stammkundschaft. Parallel bleiben Marktplatzbestellungen aktiv, während das
Team Bestellvolumen, Fehlerquote, Warenkorb und Deckungsbeitrag des Direktkanals
beobachtet.
Danach können geeignete Kontaktpunkte auf den eigenen Weg führen: gut sichtbarer
Bestellbutton auf der Webseite, aktueller Link im Google-Unternehmensprofil,
Social-Bios, QR-Code auf erlaubten eigenen Verpackungen und ein Hinweis im Lokal.
Dabei sollten Kunden nicht getäuscht und Vertragsvorgaben des bestehenden
Marktplatzes nicht umgangen werden.
- Lieferando passt eher: zusätzliche Marktplatz-Reichweite und gegebenenfalls vermittelte Logistik stehen im Vordergrund.
- Hey-Gastroline passt eher: Stammkundschaft, eigener Markenauftritt und direkte Bestellprozesse sollen wachsen.
- Hybrid starten: Marktplatz für Reichweite behalten, Direktkanal messbar für Wiederbestellungen aufbauen.
- Vor Go-live testen: Öffnungszeiten, Artikelverfügbarkeit, Zahlung, Bestätigung, Küche, Abholung, Lieferung und Storno.
Sieben Fragen für den Kanalvergleich
Wie viele Bestellungen kommen von neuen und wie viele von bekannten Gästen?
Wer übernimmt Lieferung und Reklamationen? Welche Gebühren fallen im konkreten
Vertrag an? Welche Systeme erhält die Küche? Wie schnell können Artikel oder
Lieferzeiten gesperrt werden? Welche Daten stehen dem Restaurant zur Verfügung?
Und wer hilft, wenn während der Stoßzeit ein Bestellweg ausfällt?
Erst wenn diese Fragen für beide Kanäle beantwortet sind, lässt sich seriös von
einer Lieferando-Alternative sprechen. Hey-Gastroline ist dabei die Alternative
für den eigenen Bestellweg – nicht das Versprechen, vorhandene
Marktplatznachfrage ohne eigene Vertriebsarbeit automatisch zu ersetzen.
Den Direktkanal vier Wochen lang als eigenen Vertriebskanal messen
Ein aussagekräftiger Test startet mit einem begrenzten Sortiment, klaren
Abholzeiten und einer Zielgruppe, die das Restaurant bereits erreicht. Für jede
Woche werden Bestellungen, Abbrüche, durchschnittlicher Warenkorb, Fehlbestellungen,
Reklamationen, Wiederbestellungen und der Deckungsbeitrag nach allen variablen
Kosten erfasst. Marktplatz- und Direktbestellungen bleiben dabei getrennt, damit
Reichweite und Wirtschaftlichkeit nicht miteinander vermischt werden.
Nach dem Test entscheidet nicht nur die niedrigere Kanalgebühr. Relevant sind auch
zusätzlicher Aufwand in Küche und Service, Zuverlässigkeit der Zahlung, Qualität
der Abholung oder Lieferung und die Zahl tatsächlich wiederkehrender Gäste. Erst
danach wird Sortiment, Liefergebiet oder Sichtbarkeit des Direktkanals erweitert.
Für die operative Planung bündelt die Seite
Außer-Haus & Direktbestellung die wichtigsten
Prozessbausteine.
Quellen und Stand: Anbieterstand 24.07.2026.
Lieferando – Partnerregistrierung
und Lieferando – Allgemeine Geschäftsbedingungen.
Konkrete Restaurantgebühren werden nicht aus allgemeinen Verbraucherbedingungen
abgeleitet, sondern müssen dem jeweiligen Partnerangebot entnommen werden.