Provisions-Modell
Geschäftsmodell, bei dem ein Reservierungsanbieter eine variable Gebühr pro Gast, Reservierung oder vermitteltem Vorgang berechnet.
Definition
Im Provisions-Modell berechnet ein Anbieter eine variable Gebühr, etwa pro Cover, Reservierung oder vermitteltem Vorgang. Zusätzlich können Grundgebühr, Zahlungs-, Nachrichten- oder Zusatzkosten anfallen. Maßgeblich sind die aktuellen Konditionen des konkreten Vertrags.
Welche Anbieter folgen dem Modell
- TheFork — klassischer Discovery-Marktplatz mit Per-Cover-Provision; 2026 wurde eine Übernahme durch American Express angekündigt
- Quandoo (historisch) — bis zur Free-Umstellung 01.04.2026 ebenfalls Per-Gast-Provision
- OpenTable — Mischmodell aus Grundgebühr + Per-Cover-Provision
- Resos — bietet im Free-Tier ein freemium-ähnliches Modell, aber Direktbuchungen sind provisionsfrei
Ein mögliches Gegenmodell ist eine Subscription mit Grundpreis. Auch hier können nutzungsabhängige Kosten hinzukommen. Hey-Gastroline erhebt keine Plattform-Provision pro Direktbuchung; Preis und weitere Konditionen stehen im individuellen Angebot.
Wirtschaftliche Logik
Ein Provisions-Modell kann bei niedrigem Volumen geringe Fixkosten haben. Mit steigendem Volumen wachsen die variablen Kosten. Ob es wirtschaftlich ist, hängt auch davon ab, ob der Anbieter tatsächlich zusätzliche Nachfrage vermittelt.
Rechnet mit den eigenen Vertragswerten:
vermittelte Covers oder Buchungen × vereinbarter Provisionssatz
Addiert anschließend Grundgebühr und weitere variable Kosten. Für den Vergleich mit einer Subscription verwendet ihr deren vollständigen Angebotspreis. So entsteht ein belastbarer Break-even für den eigenen Betrieb statt eines erfundenen allgemeinen Schwellenwerts.
Versteckte Kosten im Provisions-Modell
- Marktplatz-Branding: Buchungen werden über das Plattform-Frontend abgewickelt, Gast-Beziehung gehört teilweise der Plattform
- Daten und Rollen: Datenzugriff, Verantwortlichkeiten, Nutzungsrechte und Export hängen von Vertrag und Datenschutzprozess ab
- Marketing-Druck: viele Marktplätze setzen Restaurants unter Rabatt-Druck (z.B. „Yums Programm” bei TheFork), was die effektive Marge weiter senkt
- Discovery-Abhängigkeit: wenn die Plattform die SEO-Sichtbarkeit ändert oder eine andere Restaurant-Promotion fährt, ändert sich euer Buchungs-Volumen direkt
Wann das Provisions-Modell trotzdem Sinn ergibt
- Sehr kleine Restaurants oder Pop-ups mit niedrigem Volumen, die fixe Subscription-Kosten nicht tragen wollen
- Restaurants in touristisch geprägten Lagen, die echte Discovery-Wertschöpfung über den Marktplatz erhalten (Innenstädte, Hotel-Restaurants, Tourist-Distrikte)
- Restaurants ohne eigene Marketing-Pipeline, die nicht selbst SEO oder Performance-Marketing betreiben wollen
Für alle Modelle gilt: Vergleicht tatsächliche Gesamtkosten und zusätzlich erzeugte Nachfrage. Hey-Gastroline-Konditionen werden aktuell individuell angeboten.
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